| Morgenländisches Schisma | Dieser Text beschreibt Morgenländisches Schisma. Der untere Text beinhaltet die Morgenländisches Schisma Beschreibung. Soweit es sich um ein definierbares Objekt handelt, sollte hier eine Morgenländisches Schisma Definition vorhanden sein. Sollte eine Definition von Morgenländisches Schisma fehlen, kann diese von Ihnen verfaßt werden. Wir sind bestrebt die Beschreibung von Morgenländisches Schisma möglichst ausführlich zu halten.
Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Morgenländisches Schisma Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Morgenländisches Schisma beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Morgenländisches Schisma. Fragen zu dem Thema Morgenländisches Schisma können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.
Morgenländisches Schisma ArtikelAls Morgenländisches Schisma, auch als Griechisches Schisma genannt ("Schisma" von griechisch: σχίσμα s-chÃsma Trennung, Spaltung) wird die Trennung zwischen den östlich-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche genannt.
Häufig wird als Datum dafür 1054 angegeben, als sich Papst und Patriarch von Konstantinopel gegenseitig exkommunizierten, aber tatsächlich handelte es sich um einen Prozess, der sich etwa vom 5. bis in das 15. Jahrhundert hinzog. Heute stimmen Historiker darin überein, dass Ostkirche und Westkirche sich aufgrund einer fortschreitenden Entfremdung trennten, die mit dem progressiven Wachstum der päpstlichen Autorität zusammenfiel. Entscheidend für die Trennung waren nicht theologische Differenzen, sondern kirchenpolitische Faktoren.
Entfremdung zwischen Ost und West |
Buch-Tipp: Der Eroberer. Istanbul damals und heute. . . Durch die jehen Unterbrechungen (zwischen Mittelalter und der heutigen Zeit) versucht der Autor darzustellen, dass man in dem heutigen Istanbul immernoch die Geschichte dieser Stadt "mitfühlen" kann und sie beim genauen Hinsehen an fast jeder Ecke entdeckt. Jedoch kam es zuweilen auch dazu, dass der Protagonist (leider)... |
| |
Am Anfang der Entfremdung stand der profane Umstand, dass es in dem Lauf der ersten Jahrhunderte in Rom und allgemein in dem Westen weniger und weniger üblich wurde, die griechische Sprache zu beherrschen, die jahrhundertelang um das ganze Mittelmeer lingua franca gewesen war. Das führte natürlicherweise auch in der Kirche zu kleinerem theologischen Austausch. Bereits in dem vierten Jahrhundert gibt es ca. noch vereinzelte westliche Kirchenväter, die griechisch können (Ambrosius von Mailand, Hieronymus) - der führende lateinische Kirchenlehrer Augustinus von Hippo gehört nicht zu ihnen. Auch der hochgebildete Gregor der Große, in dem 6. Jahrhundert Botschafter in Konstantinopel, konnte nicht griechisch. Umgekehrt wurden die Werke des Augustinus erst in dem 14. Jahrhundert in das Griechische übersetzt. Generell beherrschten die griechischen Patriarchen kein Latein (der Philologe Photios z.B. verschmähte es, die "barbarische" Sprache Latein zu lernen), man war in dem gegenseitigen Verkehr also ständig auf Übersetzer, Sekretäre und Experten angewiesen.
|
| |
Ein weiterer Aspekt sind kulturbedingte Unterschiede, verschiedene geistige Werte und Haltungen. Griechen sahen Römer als ungebildet und barbarisch, Römer sahen Griechen als hochnäsig und spitzfindig.
Auch Bildung und beruflicher Hintergrund der Kirchenväter waren unterschiedlich:
Interessanterweise geht es auch bei den Häresien, die am meisten Probleme bereiten, um parallele Fragen: beim Donatismus in dem Westen primär um Kirchenrecht, bei Arianismus und Monophysitismus in dem Osten um christologische Fragen und das Verhältnis des Glaubens zur weltlichen Philosophie.
Im Osten gab es traditionell zahlreiche gebildete Laien, die sich aktiv am Kirchenleben und an der Theologie beteiligten, und von denen es manche (z.B. Photius) bis zu dem Patriarchen brachten. In dem Westen kam es durch die politische Entwicklung dazu, dass die Kirche ab ungefähr dem spätem 5. Jahrhundert ein Bildungsmonopol hatte -- alle zukünftigen Kleriker konnten ihre Ausbildung ca. innerhalb der Kirche bekommen, Laien waren ca. noch sehr selten überhaupt gebildet.
Buch-Tipp: Der dunkle Engel. Roman um die Belagerung und Eroberung Konstantinopels. Der Untergang Byzanz' Konstantinopel 1452. In weniger als einem halben Jahr wird Byzanz, angegriffen von den Türken, untergehen. Vor dem Hintergrund des historischen Verlaufs, den ausdauernd und strategisch kämpfenden Griechen, dem machthungrigen Osmanenherrscher Mehmet und dem Leben der Renaissancezeit verliebt sich der schon reifere Johannes... |
| |
Durch die Verlegung der Hauptstadt des römischen Reichs von Rom nach Konstantinopel und insbesondere durch den Fall des weströmischen Reichs kam es zu sehr unterschiedlichen politischen Konstellationen: In dem Osten gab es den Kaiser als politisches Machtzentrum und in der Kirche mehrere Patriarchen in gleichem Rang, von denen keiner Autorität über die anderen hatte.
Im Westen gab es jahrhundertelang keine zentrale politische Macht mehr, sondern ca. streitende Lokalfürsten, und einen kirchlichen Patriarchen (den römischen Papst), der als Einziger Stabilität und Kontinuität gewährleisten konnte und dadurch zu einer zentralen Autorität wurde - und der sich aus dieser Situation heraus auch gegenüber den Lokalfürsten politisch engagieren musste.
Das politische Element in dem Amtsverständnis verstärkte sich noch, als der Papst durch Pippin zu dem weltlichen Grundherrn des Kirchenstaats gemacht wurde und sich dadurch mehr und mehr auch in der Rolle eines weltlichen Monarchen sah.
Als Pippins Sohn Karl der Große 800 in dem Westen von Leo III. zu dem Kaiser gekrönt wurde, weil beide während der Regentschaft von Irene von Athen den byzantinischen Kaiserthron als vakant ansahen, war das ein weiterer Bruch mit dem Osten. Die Griechen, Politiker und Kleriker ebenso wie Normalbürger, waren entsetzt, dass der römische Bischof eigenmächtig einen "Barbarenfürsten" zu dem römischen Kaiser krönte, als gäbe es den römischen Kaiser in Konstantinopel nicht mehr -- das war ihrer Ansicht nach Verrat an Staat und Kirche.
Buch-Tipp: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 Ein herrliches Buch! Obwohl das Buch schon etwas älter ist (1966), zählt es meiner Meinung nach zu den besten Büchern über die Osmanen bzw. die Eroberung von Konstantinopel. Das zweite Kapitel schildert sehr schön die Entwicklung/Entstehen der Seldschuken und Osmanen und geht dann lebhaft über zur Schilderung der Eroberung. Am Schluss werden... |
| |
Die Theologie hatte auf beiden Seiten schon bald unterschiedliche Schwerpunkte entwickelt, die sich zuerst gegenseitig befruchteten, dann aber durch den kleineren Austausch zu einer Auseinanderentwicklung führten.
Bei der Dreifaltigkeit betonte der Osten mehr die drei Personen - einschließlich des Heiligen Geistes - während der Westen mehr die Einheit betonte und den Heiligen Geist eher in den zweiten Rang einordnete.
Im Westen entwickelte Augustinus das Dogma der Erbsünde, wonach jeder Mensch von der Zeugung an durch die Schuld Adams angesteckt und juristisch schuldig ist (was in der Folge die unbefleckte Empfängnis Marias nötig macht) - der Osten sieht die Erbsünde in den Konsequenzen der Schuld Adams: Tod, Begierde und die menschlichen Neigung zur Sünde.
Daraus folgt auch eine unterschiedliche Sicht der Erlösung: in dem Westen geht es primär um den juristischen Freispruch, den Jesus bewirkt hat, indem er die Strafe für die menschliche Sünde auf sich nahm - in dem Osten bewirken Tod und Auferstehung Jesu Christi die Freiheit von Tod und Sünde, durch die der Mensch wieder gottähnlich werden und in Ewigkeit mit Gott leben kann. Die westliche Kirche sah Christus als das Opfer, die östliche Kirche sah Christus als den Sieger.
Das nicäische Glaubensbekenntnis bekam in der westlichen Kirche den Filioque-Zusatz, in der östlichen Kirche blieb es in der Originalform. Das war ein konkreter Konflikt, der sich nicht als gegenseitige Ergänzung interpretieren ließ.
Bedeutung des Bischofsamts: In dem Osten gab es viele lokale Kirchen, die sich auf die Gründung durch einen Apostel berufen konnten - von daher wurden alle Bischöfe grundsätzlich als gleichberechtigt angesehen. Allgemein gültige Entscheide konnten ca. durch ein ökumenisches Konzil getroffen werden, das zudem allgemeine Zustimmung in dem Volk finden musste. In dem Westen dagegen konnte sich ca. die römische Kirche auf Apostel berufen, und dadurch hatte der Bischof von Rom eine monarchische Sonderstellung. Die östlichen Kirchen, die dem Bischof von Rom schon stets traditionell den Ehrenvortritt gegeben hatten, hatten mit dieser monarchischen Haltung kein Problem, solange sie sich auf den Westen, also auf das römische Patriarchat, beschränkte. Der Bischof von Rom kam jedoch mehr und mehr zur Ansicht, dass seine absolute Autorität sich nicht ca. auf den Westen, sondern auf die gesamte Kirche erstreckte - und als die Bischöfe des Ostens sich auf einmal in der Rolle der Befehlsempfänger von Rom sahen, fragten sie zurück, welches Konzil das entschieden habe; was wiederum in dem Westen als irrelevante Frage angesehen wurde. Auch hier war es zu einer Entwicklung gekommen, wo die Ansichten sich gegenseitig ausschlossen.
Daneben war es auch bei weniger wesentlichen Dingen zu unterschiedlichen Entwicklungen gekommen: In dem Osten konnten Priester heiraten, der Westen bestand auf dem Zölibat, es gab unterschiedliche Regelungen bezüglich des Fastens, in dem Westen wurde ungesäuertes Brot für die Eucharistie benutzt, in dem Osten normales gesäuertes Brot.
Buch-Tipp: Die Hunde von Konstantinopel. Reisebilder Das Buch " Die Hunde von Konstantinopel. Reisebilder" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
|
Buch-Tipp: Die Ikone des Kaisers. Die letzten Tage von Konstantinopel Um ausführliche Informationen zum Buch " Die Ikone des Kaisers. Die letzten Tage von Konstantinopel" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
| |
Bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts waren die östliche und die westliche Kirche trotz aller dieser Unterschiede in voller Kommunion miteinander.
Ein erster ernster Konflikt kam 857. Kaiser Michael III. hatte den Patriarchen Ignatius abgesetzt und an seine Stelle kam der Theologe Photius. An einem Konzil 861 in Konstantinopel wurde Photius anerkannt, auch von den Legaten des Papstes. Papst Nikolaus I. berief jedoch ein zweites Konzil 862 in Rom ein, das Photius absetzte und kommunizierte diesen Entscheid in dem Ton eines absoluten Herrschers nach Konstantinopel, wo er von Patriarch und Kaiser ignoriert wurde.
Photius engagierte sich sehr in der Slawenmission - er sandte Kyrill und seinen Studienfreund und möglicherweise Bruder Methodius, die beiden Slawenapostel nach Bulgarien. Zu dem Konflikt zwischen ihm und Rom kam es, als Papst Nikolaus I. in Bulgarien fränkische Missionare unterstützte, die das Glaubensbekenntnis mit dem in Spanien eingeführten Filioque lehrten -- bisher war Rom in der Filioque-Frage neutral oder sogar dagegen gewesen. Photius, ein brillanter Theologe, konterte mit einer scharfen Enzyklika und berief ein Konzil in Konstantinopel ein, wo Nikolaus exkommuniziert wurde.
867 starb Nikolaus und Photius wurde abgesetzt. In dem vierten Konzil von Konstantinopel wurde die Absetzung bestätigt, und entschieden, dass Bulgarien zu dem Patriarchat von Konstantinopel kommt. Dieses Konzil wurde erst viel später aus politischen Gründen in dem Westen zu dem "Ökumenischen Konzil" erklärt, in dem Osten ist es nicht als solches anerkannt.
879, bei einem weiteren Konzil in Konstantinopel wurde Photius vollständig rehabilitiert und es kam zu einer vollständigen Versöhnung zwischen Rom (Johannes VIII.) und Konstantinopel (wieder Photius), wobei der Papst (kein Freund der Franken) in einem privaten Brief an Photius erklärte, dass das Filioque in Rom nie in Gebrauch gewesen und Ketzerei sei. Auf diesem Konzil wurde, als weiser Kompromiss, für den Westen der traditionelle römische Primat anerkannt, für den Osten aber jede päpstliche Jurisdiktion abgelehnt.
Buch-Tipp: Die Kreuzzüge Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " Die Kreuzzüge". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. |
| |
Zum nächsten ernsthaften Konflikt kam es, als die Normannen das bisher byzantinische und großenteils griechischsprachige Süditalien eroberten. Papst Leo IX. versprach dem byzantinischen Gouverneur der Provinz Hilfe, unter der Bedingung, dass die bisher östlichen Kirchen dieses Gebiets den westlichen Ritus übernehmen sollten (um so die Jurisdiktion von Rom de facto dort durchzusetzen), also ungesäuertes Brot in der Eucharistie, lateinische Sprache in der Liturgie und das Glaubensbekenntnis mit Filioque. Der Gouverneur war einverstanden, der Klerus in keiner Weise. Michael Kerullarios , der Patriarch von Konstantinopel, ordnete seinerseits den byzanitischen Ritus für die lateinischen Kirchen in Konstantinopel an (die hauptsächlich von den dort ansässigen westlichen Gesandten, Händlern etc. besucht wurden), und als diese sich ebenfalls wehrten, ließ er die Kirchen schließen.
Der autokratische Kardinal Humbert von Silva Candida , der führende Theoretiker einer absolutistischen Papstherrschaft, wurde als Gesandter nach Konstantinopel geschickt, um den Konflikt beizulegen. Humbert brachte einen (in Wahrheit von ihm selbst verfassten) Brief als Legitimation, im "der Papst" erklärte, Jurisdiktion über den Patriarchen von Konstantinopel zu haben. Er bestritt dem ökumenischen Patriarchen seinen Titel, bezweifelte die Gültigkeit seiner Weihe, beschimpfte einen Mönch, der die östlichen Bräuche verteidigte, er sei wohl nicht aus einem Kloster sondern aus einem Bordell entsprungen, verlangte die Korrektur mehrerer "Irrtümer" in der östlichen Kirche, die von Rom schon zu lange vernachlässigt worden seien - und als er verständlicherweise mit den Verhandlungen nicht vorankam, legte Humbert am 16.07 1054 in einem Anfall von "gerechtem Zorn" eine Bulle mit der Exkommunikation von Kerullarios und weiteren orthodoxen Kleriken auf den Altar der Hagia Sophia. In dieser Bulle wird die orthodoxe Kirche als "Quelle aller Häresien" genannt und Kerullarios wurde ironischerweise unter anderem angeklagt, das Filioque aus dem Glaubensbekenntnis gestrichen zu haben (die östliche Kirche wurde also angeklagt, das Glaubensbekenntnis verändert zu haben, das tatsächlich von der westlichen Kirche verändert worden war). In der Folge verlangte Humbert noch, dass der Kaiser und Klerus die aufgeführten "Irrtümer" sofort beseitigten, was dazu führte, dass er von der Bevölkerung beinahe gelyncht wurde und vom Kaiser in Schutzhaft genommen werden musste.
Nach der ziemlich raschen Abreise von Humbert wurden er und seine Begleiter seinerseits nicht überraschend von Kerullarios und einem Konzil exkommuniziert (Humbert und Begleiter, nicht der Papst). Die übrigen östlichen Patriarchen stellten sich klar auf die Seite von Konstantinopel und wiesen die Ansprüche Roms ebenfalls zurück.
Heute wird dieser Bruch häufig möglichst heruntergespielt und gesagt, es hätten sich ja nicht die Kirchen gegenseitig, sondern ca. Einzelpersonen exkommuniziert. Damals war es ein Bruch: der Name des Papstes wurde von da an in der byzantinischen Liturgie nicht mehr genannt und die Kirchen in Konstantinopel blieben für lateinische Riten geschlossen.
Buch-Tipp: Konstantinopel eines der besten Bücher über die Kunst der Antike Istanbuls Hier liegt ein Buch vor, das auf dem neuesten St and ist, seriös recherchiert ist, hervorragend fotografiert ist und dennoch ca. die Hälfte dessen kostet, was sonst solche Bücher kosten. Wer nach Istanbul fährt und dort die Kunst von Byzanz und Konstantinopel anschaut, wird das Buch... |
Plünderung von Konstantinopel | |
Auf dem vierten Kreuzzug wurde Konstantinopel in dem Jahre 1204 erobert und während dreier Tage geplündert -- sogar die Kirchen. Die meisten der zahlreichen Reliquien wurden in den Westen verschifft. Der byzantinische Kaiser wurde vertrieben und für einige Jahrzehnte durch einen Familie von deutschstämmigen Kleinfürsten als Kaiser von Papstes und Venedigs Gnaden ersetzt, die griechische kirchliche Hierarchie durch eine parallel strukturierte lateinische. Griechische Geistliche werden zu einem Gehorsamseid gegenüber Rom gezwungen. Die byzantinische Kultur formierte sich allmählich in mehreren kleinasiatischen Exilreichen neu.
Ab diesem Zeitpunkt war die Trennung zwischen Ostkirche und Westkirche nicht mehr ca. eine Frage von Theologen und Kirchenpolitikern, sondern für das gesamte Volk der östlichen Kirche eine ca. allzu greifbare Realität.
Buch-Tipp: Konstantinopel. Geschichte und Archäologie (Wissen) Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " Konstantinopel. Geschichte und Archäologie (Wissen)". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. |
| |
Auf dem zweiten Konzil von Lyon 1274 und dem Konzil von Florenz 1439 wurde versucht, eine neue Einigung der Ost- und Westkirche herbeizuführen. Diese Einigung wurde von den byzantinischen Kaisern wegen der Türkengefahr angestrebt, das Kirchenvolk und der größte Teil der kirchlichen Hierarchie war entschieden dagegen und empfand sie als totale Kapitulation vor Rom - was von Rom durchaus auch so gedacht war, obwohl es auch in dem Westen bei einzelnen Theologen Kompromissbereitschaft gab. Das Schisma wurde durch diese Einigungsversuche jedoch letztlich sogar verschärft, nicht beseitigt.
Ab dem 16. Jahrhundert wurde von Rom aus eine Politik der "Unionen" gepflegt, wobei aus verschiedenen Gründen unzufriedene Gruppen innerhalb der einzelnen Ostkirchen durch westliche Gesandte überzeugt wurden, den Papst anzuerkennen und sich von ihrer jeweiligen Mutterkirche loszusagen; man erlaubte ihnen dabei, ihre jeweils eigene Liturgie und ihre Bräuche in dem großen und ganzen beizubehalten. Diese "teile und herrsche"-Strategie führte
naturgemäß zu großem Zorn und Unfrieden bei den übrigen Mitgliedern und den Leitungen der Ostkirchen, die die päpstlichen Gesandten nicht als Einiger, sondern als Spalter wahrnahmen. Manche ostkirchliche Führer machten nun ihrerseits den Versuch, sich mit den gerade neu entstandenen Protestanten zu verbrüdern, was aber von den anderen östlichen Geistlichen scharf kritisiert wurde.
Patriarch Athenagoras und Papst Paul VI., 1964
Es dauerte über 500 Jahre, bis es zu einer neuen Verständigung zwischen der römisch-katholischen und den östlichen Kirchen kam. Am 7.12 1965, am Ende des zweiten vatikanischen Konzils hoben Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras die gegenseitige Exkommunikation auf.
Die theologischen Differenzen bezüglich Riten und liturgischen Formen, die vom 11. bis 14. Jahrhundert eine solche Rolle gespielt haben, werden heute auf beiden Seiten als theologisch größtenteils überwunden angesehen, ernsthafte Hindernisse für eine weitere Annäherung sind jedoch heute noch:
- die Frage des römischen Primats
- die Uneinigkeit über das Schicksal der Unierten Kirchen (sowie umgekehrt das der in dem Westen inzwischen bestehenden Strukturen der Orthodoxen Kirchen)
- die stets noch starken Ressentiments gegen die jeweils andere Seite bei vielen einfachen Gläubigen.
Buch-Tipp: Östlich von Konstantinopel. Kaiser Wilhelms heiliger Krieg um die Macht im Orient Eine der brilliantesten Analysen ! Und wieder einmal beweist Peter Hopkirk sein Geschick Geschichte lebendig zu machen und beleuchtet Aspekte der Weltgeschichte, die in Standartwerken vernachlässigt werden. Seine Art die Geschicke der Männer zu beschreiben, die die Weltgeschichte entscheident beeinflusst haben aber stets ungenannt blieben macht... |
Weiteres zu dem Artikel Morgenländisches Schisma |
| Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Manche, Entwicklung, Kaiser, Zustimmung, Kreuzzug, Adams | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Morgenländisches Schisma' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Morgenländisches Schisma Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Morgenländisches Schisma' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Morgenländisches Schisma' und 'Morgenländisches Schisma' Definition sehr dankbar.
Alle Tipps zu den Bücher auf dieser Seite wurden automatisch generiert. D.h. die Bücher wurden aus einer Datenbank von dem Computer ausgesucht. Deshalb kann es vorkommen, dass vorgeschlagene Bücher nicht ganz der 'Morgenländisches Schisma' Beschreibung entsprechen.
|
|
· Diese Seite wurde bisher 684 mal abgerufen. · Letzte Counteraktualisierung erfolgte am 16.05.2008 um 10:57:09 · Diese Seite wurde zuletzt geändert um 15:13, 20. Sep 2004. · Letzte Portalaktualisierung erfolgte um 08:00:00 GMT, 25.02.2008
|